Herkunft der Straßenkinder

Woher kommen die Straßenkinder?

Man schätzt die Zahl der Straßenkinder in Port-au-Prince auf drei- bis fünftausend. Es gibt Kinder, die ständig auf der Straße leben, also auch auf den Straßen schlafen. Diese Kinder haben - wenn überhaupt - nur noch sehr losen Kontakt zu ihren Familien , die oft weit weg auf dem Lande wohnen.

 

Andere Kinder leben nur tagsüber auf den Straßen und kehren nach Einbruch der Dunkelheit in die Behausung ihrer Familien - meist in den Slums - zurück. Die meisten Kinder stammen "aus der Provinz", d.h. vom Lande. Aufgrund der immer schwierigeren Ertragslage können die Kleinbauern ihre großen Familien nicht mehr ernähren. Die älteren Kinder werden fortgeschickt oder laufen von zu Hause fort, weil sie dem ständigen Hunger entfliehen wollen. Als gelobtes Land erscheint die Hauptstadt. Auch ganze Familien suchen hier ihr Glück.

Site Soley

Site Soley = Stadt der Sonne

Welcher Name für den schrecklichsten Slum von Port-au-Prince. Hier wachsen viele der späteren Straßenkinder auf.

   

Markt in Site Soley

Markt in Site Soley

Die Elendsviertel haben ihre eigenen Märkte.

Das vermeintliche Glück ist meist eine kleine Hütte in einem der elenden Slums, wo sie dann auf engstem Raum ohne Strom, ohne Wasser, ohne sanitäre Anlagen zwischen stinkenden Kloaken ihr Leben fristen.

   

Überwiegend sind es Mütter mit ihren Kindern, die hier leben (die vaterlose Familie ist in Haiti weit verbreitet). Auch hier ist es meist der Hunger aber auch familiäre Probleme treiben die Kinder auf die Straße. Nach Jahren auf der Straße mit dem täglichen Kampf ums Überleben wissen die meisten Kinder nicht, wie alt sie sind, oftmals nicht mal wie sie heißen. Sie haben keine Chance auf Schulbildung, geschweige auf eine Berufsausbildung. Noch schlimmer - sie wachsen auf ohne Zuwendung , ohne irgendeine Erziehung, ohne Vorbilder. Die meisten bleiben ihr Leben lang auf der Straße.

Trostlose Umgebung

Trostlose Umgebung, in der Kinder leben müssen